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Das Ende der Fundus-Pyramide

Aareal Bank dreht den Geldhahn zu - Insolvenz des Fonds als wahrscheinliche Konsequenz - Hoffnung für Inhaber finanzierter Beteiligungen

München, 09.07.2004; Nun also hat Berlin seinen ersten spektakulären Fondscrash. Im Geschäftsbericht 2003 des Fundus Fonds Nr. 27, gemeinhin als "Pyramide von Marzahn" bezeichnet, heißt es:

"Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft hat sich seit der letzten Gesellschafterversammlung im Oktober 2003 durch die Negativentwicklung der Vermietungssituation und Liquiditätslage derart verschlechtert, dass die Gesellschaft als nicht mehr lebensfähig angesehen werden muss."


Ein Kommanditkapital von € 122,3 Mio. muss damit wohl als verloren betrachtet werden. Der Wert der Immobilie steht per Ende 2003 unter Zerschlagungsgesichtspunkten noch mit 17,5 Mio. Euro in der Bilanz. Damit hat sich ein Totalverlustrisiko realisiert, dass aus unserer Sicht so aus dem Prospekt nicht hervorging. Dort ist von "Wertzuwachs" und "Werterhaltung" die Rede. Auch die Veräußerbarkeit von Anteilen wird nach unserer Einschätzung sehr optimistisch dargestellt.

Die Mietansätze waren nach unserer Überzeugung schon zum Zeitpunkt der Vermarktung des Objekts nicht realistisch. Ein Jahr nach Fertigstellung waren gerade einmal 34 % vermietet. Zu besten Zeiten konnten gerade einmal für 55% der Flächen Mieter aufgetan werden, die zudem zumeist nur kurzfristig abschlossen. Zwischenzeitlich ist die Tendenz wieder rückläufig. Die Miethöhen belaufen sich auf etwa 50% der ursprünglichen Ansätze, was mit zur desolaten Situation des Fonds beigetragen hat. Ein Fondscheck der Marktpostille kapital-markt intern hat schon im April 1993 zu folgendem Fazit geführt:

"Wegen der Unsicherheit bei der Vermietung ergeben sich im Vergleich zu den meisten anderen Immobilienfonds für den Anleger höhere unternehmerische Risiken."

Die natürlich im Prospekt nicht dargestellt sind. Dies könnte u.a. auf die betroffenen Vertriebe und auch die Initiatoren zurückfallen, zumal vor dem Hintergrund der kritischen Presse. Hier ist allerdings zu beachten, dass unter Umständen zum Jahresende die Verjährung droht.

In diesem Zusammenhang wird zudem interessant, dass der Bundesgerichtshof in einer Serie von Entscheidungen am 14.06.2004 die Bankenhaftung für finanzierte Beteiligungen dieser Art deutlich ausgeweitet hat. Wurde der Anleger beim Beitritt nicht ordentlich beraten oder unter unrichtigen Angaben über die Risiken und Chancen gelockt, dann können derartige Einwendungen auch der Finanzierungsbank entgegengehalten werden.

Und nicht zu vergessen: Dort wo eine Haustürsituation bei der Vermittlung von Beteiligung und Darlehensvertrag vorgelegen hat, ist natürlich, sofern das Darlehen zwischenzeitlich noch nicht zurückgeführt oder umfinanziert ist, auch der Haustürwiderruf möglich. Dessen Voraussetzungen sind, wie wir unter Paukenschlag berichteten, durch die Urteile vom 14.06.2004 deutlich erleichtert worden.

Wer sich in diesem Zusammenhang geschädigt fühlt, sollte den Vorgang deshalb kurzfristig rechtlich überprüfen lassen.