Social Bookmarks

Share |

Mitgliedschaften u.a.

Mitglied im Anwaltsverein
Datev-Mitglied
In Focus 24/2000 wurde eine Liste von 26 empfohlenen Anlegeranwälten veröffentlicht, zu denen damals bereits Wilhelm Lachmair zählte.
Empfohlene Wirtschaftskanzlei für Kapitalanlagerecht

Geschädigt?

Kontaktieren Sie uns:
Per Telefon: 089/216 333-0
Per Fax: 089/21 63 33 - 31
Per eMail: info(at)ra-lachmair.de
Per Online-Formular

Erstberatung:
Erstberatung für Geschädigte

Suchen

Weitere Angebote

Neue Chancen für Geschädigte des WGS-Fonds Nr. 36

Anleger, die an dem Fonds Nr. 36 beteiligt sind und ursprünglich einen Kreditvertrag mit der Volksbank Kirchheim-Teck abgeschlossen hatten, befinden sich nach unserm gegenwärtigen Kenntnisstand in einer besonders günstigen Position für die Auseinandersetzung mit den Banken. Hintergrund ist der äußerst merkwürdige Weg, auf dem die Darlehensforderungen zu den heutigen Inhabern - wohl Volksbank Ebersbach und Genossenschaftsbank Schweinfurt bzw. BAG Bankaktiengesellschaft - gelangt sind.

Bisher stellte sich der Ablauf für uns folgendermaßen dar:

Die Volksbank Kirchheim-Teck hatte aufgrund einer entsprechenden Rahmenvereinbarung mit der WGS die Finanzierung von Beteiligungen an dem Fonds Nr. 36 in Höhe von rund 31 Mio. DM übernommen. Diese Darlehensverträge wurden dann im Jahr 1997 wohl zum einen Teil auf die Volksbank Ebersbach und zum anderen auf die Genossenschaftsbank Schweinfurt übertragen. Von diesen erfolgte im Jahr 2001 eine Weiterübertragung auf die BAG Bankaktiengesellschaft.

Diese Darstellung entspricht aber scheinbar nur dem Bild, das die beteiligten Banken zu vermitteln versuchten, und nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. So haben die intensiven Recherchen des Rechtsanwalts Steffen Gründig aus Zwickau Unterlagen zu Tage gefördert, die einen völlig anderen Ablauf nahelegen:

Scheinbar bestand auf Seiten der Volksbank Kirchheim-Teck im Jahr 1994 nicht mehr wirklich die Bereitschaft, noch an der Finanzierung von WGS-Beteiligungen mitzuwirken. Ob dies daran lag, daß man den Niedergang der WGS bereits voraussah, kann nur vermutet werden. Auf jeden Fall schloß die Volksbank Kirchheim-Teck am 05.12.1994 eine höchst bemerkenswerte Vereinbarung mit der WGS. Danach erklärte sich die Bank bereit, nach Außen die Finanzierung von 900 Anteilen zu übernehmen. Nach Innen trat die Bank ihre Ansprüche aus diesen Darlehensverträgen auf Zinsen und Tilgung jedoch mit sofortiger Wirkung an die WGS ab und übernahm für diese lediglich die Verwaltung der Darlehen gegen eine entsprechende Gebühr.

Faktischer Darlehensgeber sollte also gar nicht die Volksbank Kirchheim-Teck, sondern die WGS sein. Dies durfte aber natürlich nicht nach Außen dringen, da es wohl Anlaß zu bedenklichen Rückschlüssen über die Situation der WGS gegeben hätte.

Auf den Punkt gebracht würde diese Konstruktion bedeuten, daß die Volksbank Kirchheim-Teck gar keinen eigenen Anspruch auf Zins- und Tilgungsleistungen durch die Anleger besaß.

Nach dem weiteren Inhalt der Vereinbarung sollten die Darlehen zwar zunächst von der Bank ausgereicht werden, hinter den Kulissen sollte dann aber jeweils eine Erstattung der Darlehensbeträge durch die WGS erfolgen. In diesem Punkt war die Umsetzung der Vereinbarung aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation der WGS dann wahrscheinlich nicht mehr möglich. Dies führte wohl dazu, daß die WGS ihre Ansprüche aus der Abtretung später an die Volksbank Ebersbach und die Genossenschaftsbank Schweinfurt weiter gab, die ihrerseits die Schulden der WGS bei der Volksbank Kirchheim-Teck beglichen haben dürften. Gegenüber den Anlegern wurde aber der Eindruck vermittelt, daß die Verträge von der Volksbank Kirchheim-Teck direkt an die anderen Banken abgetreten worden seien. Die Volksbank Ebersbach behauptet dies sogar ausdrücklich in einem Verfahren vor dem LG München I.

Auch wenn in dem Ablauf noch Zwischenschritte möglich sind, ist der genaue Weg ohnehin von untergeordneter Bedeutung. Entscheidend ist, daß die Ansprüche auf Zins und Tilgung ursprünglich der WGS und nicht der Volksbank Kirchheim-Teck zustanden. Denn gegenüber der WGS hätten die Anleger ein Zurückbehaltungsrecht wegen Prospekthaftung und des deliktischen Verhaltens Herrn Neuschwanders. Würde die WGS also heute Ansprüche aus den Darlehen geltend machen, müßten die Anleger diesen nicht nachkommen. Nach § 404 BGB ist es nun aber so, daß sich die Position des Schuldners, hier also des Anlegers, durch eine spätere Abtretung nicht verschlechtern darf.

Das heißt auch gegenüber der Volksbank Ebersbach, der Genossenschaftsbank Schweinfurt und der BAG Bankaktiengesellschaft bestünde gegebenenfalls ein Leistungsverweigerungsrecht. Es müßten keine weiteren Zahlungen auf die Finanzierung erfolgen.

Nach unserem gegenwärtigen Kenntnisstand gilt dies wie gesagt für alle Kreditverträge die zur Finanzierung der Beteiligung an dem WGS Fonds Nr. 36 ursprünglich mit der Volksbank Kirchheim-Teck abgeschlossen wurden. Trotzdem ist natürlich eine anwaltliche Überprüfung jedes einzelnen Falles erforderlich, die aus unserer Sicht möglichst kurzfristig erfolgen sollte.

Wir vertreten diesbezüglich zwei geschädigte Anleger bereits in einem Verfahren vor dem Landgericht München I, Az.: 29 O 9439/01, gegen die Volksbank Ebersbach und die BAG Bankaktiengesellschaft. Wir sehen in diesem Fall sehr gute Chancen für unsere Mandanten und werden über den weiteren Fortgang an dieser Stelle informieren.

Dieser Bericht wurde im übrigen vorab dem Prozeßbevollmächtigten der Volksbank Ebersbach und der BAG Bankaktiengesellschaft zur Stellungnahme zugeleitet. Ein Kommentar wurde jedoch ausdrücklich verweigert.