Social Bookmarks

Share |

Mitgliedschaften u.a.

Mitglied im Anwaltsverein
Datev-Mitglied
In Focus 24/2000 wurde eine Liste von 26 empfohlenen Anlegeranwälten veröffentlicht, zu denen damals bereits Wilhelm Lachmair zählte.
Empfohlene Wirtschaftskanzlei für Kapitalanlagerecht

Geschädigt?

Kontaktieren Sie uns:
Per Telefon: 089/216 333-0
Per Fax: 089/21 63 33 - 31
Per eMail: info(at)ra-lachmair.de
Per Online-Formular

Erstberatung:
Erstberatung für Geschädigte

Suchen

Weitere Angebote

Neues von der Fundus-Pyramide

Mietfläche zu hoch ausgewiesen ? - Problematische Prospektierung - Gefahrenpotential für vertreibende Sparkassen und Genossenschaftsbanken

München, 26.10.2004; Für kurzzeitiges Aufsehen sorgten Schlagzeilen, dass die Staatsanwaltschaft Köln gegen die Verantwortlichen des Fundus Fonds Nr. 27, Jagfeld u. a., wegen Verdacht des Kapitalanlagenbetruges ermittle. Angeblich sei die Mietfläche falsch ausgewiesen worden. Alles halb so wild, wird zwischenzeitlich abgewiegelt. Die Ermittlungen seien bereits eingestellt. Derzeit ist der Vorgang beim Generalstaatsanwalt in Köln, um über eine entsprechende Beschwerde der Anzeigeerstatter zu entscheiden.

Gestritten wird um die Frage, wie der Begriff "Mietfläche" zu definieren sei. Hier habe man die gesamte Geschossfläche einschließlich der Treppenläufe und -podeste herangezogen, was den dazu von der giv (steht für Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung e.V., Arbeitskreis Flächendefinition) entwickelten Regularien widerspreche. Dies führe dazu, dass eine um 7% zu hohe Fläche angegeben sei.

Wenn das zuträfe und ein - gar vorsätzlicher - Prospektierungsfehler vorliegen würde, könnten die Gesellschafter aufatmen. Sie könnten dies u.a. gegen Finanzierungsbanken einwenden. Doch so weit ist es noch nicht. Die entsprechende Richtlinie wurde erst 1996, also deutlich nach Herausgabe des Prospekts, erarbeitet. Damals wie heute gibt es keine fixe Definition. Heute müsste man aber wohl nach einer entsprechenden Richtlinie prospektieren.

Heute und auch zum Zeitpunkt der 2. Tranche, die 1998/99 in den Markt gegeben wurde. Hier stellt die Staatsanwaltschaft allerdings fest, dass nicht die Mietfläche, sondern die Gebäudefläche entsprechend einer DIN 277 angegeben sei. Die sei wiederum korrekt berechnet. Vor diesem Hintergrund wurden die Ermittlungen nach unserer Einschätzung durchaus zutreffend eingestellt. Dies scheint auch nicht das eigentliche Problem zu sein.

Wir sehen allerdings im Prospekt ein erhebliches Problempotential für Initiatoren und Banken. Dieser sollte ja grundsätzlich über alle erforderlichen Risiken und Chancen umfassend aufklären. Jedenfalls bei den Risiken können wir dies nicht erkennen. Zwei der Kernprobleme derartiger geschlossener Immobilienfonds, nämlich die mangelnde Fungibilität und die ungewisse Wertentwicklung der Objekte, sind aus unserer Sicht sogar in grober Weise irreführend dargestellt. Man muss von einer krassen Verharmlosung ausgehen (vgl. Blatt.36 des Prospekts). Dort sind lediglich die Punkte "Wertzuwachs" und "Werterhaltung" plakativ herausgestellt. Von Bewertungsrisiken und Ertragsrisiken findet sich keine Spur.

Die Problematik des Zweitmarkts und der Fungibilität ist dargestellt wie folgt:

"Unabhängig davon ist auch der Verkauf einzelner Fondsanteile möglich ... Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass der Handel mit Kommanditanteilen nicht institutionalisiert ist wie z. B. bei Aktien. Andererseits ist zu erwarten, dass der Wert der Fondsanteile im Laufe der Jahre zunimmt.

    ...

Der Generalemittent ... vermittelt auf Wunsch den Verkauf und berät die Fondszeichner"


Diese Einschätzungen sind aus unserer Sicht schwer daneben. Zumal sich gerade die hier angesprochenen Risiken verwirklicht haben - man konnte ja schon Anfang 1993 der Wirtschaftspresse entnehmen, dass man die Vermietungsaussichten für das Objekt durchaus mit Skepsis betrachtete. Vertrieb und Finanzierungsbanken scheinen großen Haftungsrisiken ausgesetzt. Ein gewisses Problem ist in diesem Falle allerdings die Verjährung.

Die für viele Fälle zum Jahresende ablaufen. Vor diesem Hintergrund ist aus unserer Sichte Eile geboten, will man nicht den Untergang etwaiger Ansprüche in Kauf nehmen.