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Bavaria Fonds - Traumrenditen aus Verlusten?

Neuer Prospekt stellt erstmals Bilanzzahlen bereit - bis Ende 2004 4,2 Mio. € Verluste bei schätzungsweise vereinnahmten 6,1 Mio. Euro - Investitionen nicht in Sicht - Mittelverwendung höchst unklar

München, 07.07.2006; "Unsere Anlagephilosophie - Sicherheit mit hohem Renditepotential" heißt es auf Seite 2 des nunmehr verteilten Prospekts der Bavaria Fonds mit Datum August 2005. Insbesondere sei bedeutsam, "dass für jede Anlagestrategie das professionelle Wissen über den Immobilienmarkt, den Investmentmarkt und die Unternehmensbeteiligung, in die investiert werden solle sowie die richtige Balance aus Vorsicht und Risiko" ausschlaggebend sei. Woher das allerdings kommen soll, erschließt sich nicht. Ganz offensichtlich setzt man dabei ausschließlich auf die Kenntnisse des Bavaria-Alleinherrschers Josef Marshall. Viel weiteres Personal kann auch gar nicht vorhanden sein. Den Prospektangaben zufolge summieren sich die Personalaufwendungen sich auf etwa 93.000,00 Euro auf, von denen 77.500,00 Euro Marshall selbst erhält. Das heißt, es dürfte außer ihm bestenfalls noch eine Sekretärin die Geschäftsräume bewachen. Etwas mager für den protzigen Auftritt, möchte man meinen.

Bislang nur Verluste
Mager sind auch die Ergebnisse, die die Bavaria bis jetzt vorzuweisen hat. Erst mal hat man nun eher der Not als einer Tugend gehorchend einen rudimentären Jahresabschluss zur Verfügung gestellt. Dieser endet für 2004 mit einem Jahresfehlbetrag von mehr als 400.000 Euro. Insgesamt sind seit Bestehen des Fonds Verluste von 4,2 Mio. Euro aufgelaufen. Es ist fragwürdig, wie man angesichts dessen Gewinne von 7 - 13 % in den Raum stellen kann, wie es im Rahmen des Vertriebs der Anteile in Musterrechnungen regelmäßig erfolgt. Nachdem Prognosen einigermaßen realistisch sein müssen, sehen wir hierin eine massive Täuschung der Zeichner.

Bisher einzige Investitionsobjekte der Bavaria Fonds sind das sagenumwobene Haus in Oldenburg, dessen Wert etwa mit 5 Mio. Euro beziffert wird sowie ein "Sachversicherungsbestand bzw. Kundenbestand" eines Versicherungsmaklers, was immer das sein mag. Wer vom reichlich vorhandenen Personal sich darum kümmern soll, erschließt sich ebenfalls nicht. Macht nix, weil der Bestand sei ja doppelt so viel wert, wie man dafür bezahlt habe. Wie man einen derartigen Bestand bewertet und wie man mit derartigen Investitionen Gewinn erzielen möchte, bleibt unverständlich. Völlig problematisch wird die Sache, wenn durch die Höherbewertung des Anlagevermögens in der Bilanz gegen geltendes Bilanzrecht verstoßen wird, das maximal den Ansatz zu Anschaffungspreisen zulässt. Für die Vergangenheit wurden wir bereits in unserer Überzeugung bestätigt, dass es sich um ein reines Geldvernichtungsmodell handelt. Warum sich für die Zukunft etwas anderes ergeben soll, ist dem Prospekt nicht zu entnehmen.

Keine Liquidität
Viel Geld ist auch nicht in der Kasse, zumal das Meiste die Vertriebe, allen voran die unsägliche ADFM, abgreifen. Die erheblichen Weichkosten von 22,1 % (inkl. Agio) werden ja vorab mit den Beiträgen der Zeichner beglichen. Die meisten Kunden zahlen als zunächst einmal mehrere Jahre nur auf diese Weichkosten. Nicht ganz nachvollziehbar ist, was Marschall für die Durchführung von Anlagegeschäften qualifiziert. Gerüchten zufolge verfügt er über eine Ausbildung als Werkzeugmacher, was sicherlich ehrenwert ist. Es erklärt aber nicht, weshalb er sich mit einem derartigen Hintergrund zum Management von Anlagegeschäften berufen fühlen können soll. Die bisherigen "Erfolge" sprechen auch nicht unbedingt für eine besondere Begabung.

Aggressive Akquisitionspraktiken
Nachdem derartige Anlageangebote auf seriösem Wege wohl nur schwer Abnehmer finden, bedient man sich eines aggressiv und täuschend agierenden Vertriebs. Die Firma ADFM GmbH mit Sitz in Haar lockt scharenweise Kunden an, denen sie Stellenangebote und Nebenjobs verspricht. In Präsentationen erfährt man, wie man es in "in sieben Jahren zum Millionär" bringen kann. Das einzige, was man dafür tun müsse, ist der ADFM Freunde und Bekannte zuzuführen. Dafür erhalte man dann eine Vermittlungsprovision. Alles selbstverständlich völlig legal und alles selbstverständlich unbedenklich. Was die so geworbenen im nachhinein wohl anders empfinden dürften. Und wir kennen noch keinen Besucher derartiger Seminare, der uns von effektiven Verdienstmöglichkeiten berichtet hat.

Gleichsam als "Training on the Job" werden die so Geköderten aufgefordert, ihre Versicherungsunterlagen mitzubringen. Sodann versucht man ihnen Abtretungsvereinbarungen betreffend bestehender Lebensversicherungen unterzujubeln. Uns liegen mittlerweile zahlreiche derartige Fälle vor. Die Gelder werden dann von der Bavaria Grundstücks- und Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG vereinnahmt. Nicht unbedingt die feine englische Art, möglicher Weise auch strafrechtlich relevant.

Prüfen Sie daher sorgfältig, ob Sie diese Umstände in Kauf nehmen möchten. Eine risikoarme und renditestarke Altersvorsorge sieht nach unserer Einschätzung anders aus.