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DBVI Deutschlandfonds - Gesellschafterversammlung

Turbulente Sitzung mit brisanten Details- hohe Verluste für Anleger wahrscheinlich- Fonds sollen für DBVI Verluste eintreten.

München, 23.11.2006; Heute fand die Gesellschafterversammlung der DBVI GmbH & Co. Deutschlandfonds KG, nunmehr DFO GmbH & Co. Deutschlandfonds KG, in München statt. Nach den vielen Pressemitteilungen der vergangenen Wochen und der Insolvenz der Privatbank Reithinger ging es auf der Gesellschafterversammlung entsprechend turbulent zu. Viele Anleger waren gekommen, um nun endlich Klarheit hinsichtlich ihrer Beteiligung zu erhalten.

Doch ein Licht dürfte den wenigsten Anlegern und Anwälten aufgegangen sein. Vielmehr legte die Fondsgesellschaft darauf Wert, die Anleger des 1. und 2. Deutschlandfonds mit allgemeinen Floskeln über den Aufschwung der Wirtschaft und einer optimistischen Darstellung der Vermietungssituation der Fondobjekte zu beruhigen. Das ist wohl gescheitert. Die Mehrheit der Anleger war nach der Gesellschafterversammlung aufgebracht und verunsichert, was an den durchaus brisanten Details der Versammlung gelegen hat. Diese Details wurden selbstverständlich nicht von Anfang an offen auf den Tisch gelegt, wie man vorher offenmundig versprach, sondern erst nach entsprechender Befragung durch Anleger und Rechtsanwälte in der sogenannten "Aussprache" herausgerückt.

Wie die Gesellschaft bereits in ihrem Rundschreiben an die Anleger informierte, hat sich die DBVI AG aus den Fondsgesellschaften zurückgezogen. Dem stimmten die Deutschlandfonds bereitwillig zu, schließlich könne sich die DBVI AG ja auf eine wirtschaftliche Notlage berufen. Die Gesellschafter stellte man vor vollendete Tatsachen. Seinerzeit hatte man noch im Prospekt ausdrücklich mit dem Erfolg und dem Börsengang der DBVI AG geworben. Der Geschäftsführer der Fondgesellschaft, Alexander Grau, führte aus, dass die DBVI AG wohl erhebliche Zahlungsschwierigkeiten habe. Aufgenommene Darlehen könnten nicht mehr bedient werden. Dies ist für die Fondanleger äußerst problematisch, da diese Darlehen der DBVI AG mit den Objekten der Fondgesellschaft gesichert wurden. Damit drohe eine Zwangsvollstreckung in die Fondsimmobilien und eine Liquidation. Wie und warum es zu dieser Absicherung über die Fondobjekte kam, blieb natürlich offen.

Jedenfalls sah sich die Fondgesellschaft in der Pflicht, ihrer Muttergesellschaft zur Hilfe zu eilen. Den finanzierenden Banken wurde angeboten, die Verbindlichkeiten der DBVI AG zu übernehmen. Beachtlich ist dabei der Umfang dieser Fremdkapitalaufnahme durch die Fondgesellschaft. Hierbei handelt es sich um schlappe EUR 100 Mio. Die Verkehrswerte der Objekte der Gesellschaften wurden mit gesamt EUR 125 Mio. angegeben. Das bedeutet, dass nunmehr 80 % der Immobilienverkehrswerte durch entsprechende Verbindlichkeiten belastet werden.

Die Aufnahme des Fremdkapitals stelle nach Auffassung der Fondgesellschaft aber kein Problem dar, da die monatlichen Tilgungs- und Zinsraten durch die Ratensparverträge gedeckt seien. Dies wirft doch erhebliche rechtliche Fragen auf. Die Sparer wollten ursprünglich in Immobilien der Fondgesellschaft investieren. Nach dem Willen der Fondgeschäftsführung wird ihr Geld jedoch zur Bereinigung der Verbindlichkeiten der DBVI AG verwendet. Hätte man dies den Sparern vorher erklärt, hätten sie sich kaum an der Gesellschaft beteiligt. Es lässt sich nur schwer vorstellen, dass die Sparanleger noch Interesse haben sollten, an die Fondgesellschaften brav ihren monatlichen Beitrag zu zahlen.

Laut Geschäftsführung der Deutschlandfonds gebe es für die Anleger auch keine Problematik durch den eventuellen Wegfall der Inhaberschuldverschreibungen bei der Privatbank Reithinger, weil diese abgesichert seien. Abgesehen davon, dass den Fondbeteiligten ohnehin vorher nicht erklärt wurde, dass ein erheblicher Teil ihrer Einlagen in ein Finanzinstitut geleitet werde, ist auch diese Aussage der Fondgesellschaft sehr gewagt. Diese gibt nämlich an, dass für die Absicherung der Inhaberschuldverschreibungen Darlehen der Fondsanleger bei der Privatbank Reithinger zur Sicherheit abgetreten wurden. Damit beißt sich die Katze in den Schwanz. Anleger, welche ihr Darlehen bei der Privatbank Reithinger aufgenommen haben, müssen damit zweifach herhalten. Hinzu kommt, dass viele Darlehensverträge wohl nach der Rechtsprechung des BGH einredebehaftet sind. Dass hier die Fondgesellschaft aus den Darlehen umfängliche Zahlungen erhalten wird, ist nach unserer Auffassung eher unwahrscheinlich.

Interessant waren auch die Ausführungen der Procurator Treuhand GmbH. Deren Geschäftsführer, Dieter Pape, führte aus, dass selbstverständlich für die Finanzierungen der Anleger eine Finanzierungsprovision an die Procurator geflossen sei. Für viele dürfte dies neu sein. Hier habe es Finanzierungskontingente von einer Reihe von Banken gegeben, etwa der LBBW, Sparda Bank Hamburg, C & H Bank, Privatbank Reithinger, welche bereits vorher die Übernahme der Finanzierungen bestätigt hätten.

Lautstark ging es zu, als die Fondgesellschaft auf aktuelle Auseinandersetzungswerte festgenagelt werden sollte. Dabei wurde nach unserer Auffassung der zahlenden Kundschaft Sand in die Augen gestreut. Anleger der 1. KG würden zum jetzigen Zeitpunkt ca. 50 % und Anleger der 2. KG ca. 35 % des Wertes erhalten. Diese Prognose ist nach unserer Auffassung äußerst gewagt, da beispielsweise dem Eigenkapital des 1. Deutschlandfond KG, nach Angaben des Treuhänders EUR 93 Mio., o.g. Verbindlichkeiten von EUR 100 Mio. entgegenstünden.

Vor diesem Hintergrund kann man den großen Unmut der Anleger gut nachvollziehen. Die Aussage des Geschäftsführers der Treuhänderin Pape, dass die Anleger doch die Finanzierungen weiter bedienen sollen, um den Fond zu schützen, ist nicht nur aus rechtlichen Gesichtspunkten problematisch. Die Rolle der Procurator als eingesetzte Treuhänderin, welche doch die Anlegerinteressen wahrnehmen sollte, erscheint auch in einem moralisch fragwürdigen Licht. Nicht umsonst sind in der Versammlung viele Stimmen laut geworden, die eine Überprüfung der Haftung der Procurator forderten.

Damit dürfte sich in näherer Zukunft einiges für die Anleger tun. Wir bleiben für Sie am Ball.