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DFO Deutschlandfonds - Rettung von der Insel

Gesellschafterversammlung der DFO GmbH & Co. Deutschlandfonds KG und der DFO GmbH & Co. 2. Deutschlandfonds KG - Geschäftsführung und Treuhänder präsentieren neues Konzept - Kritik der Anlegervertreter bleibt

München, 28.11.2007; Ende November fand wieder die gemeinsame ordentliche Gesellschafterversammlung der ehemaligen DBVI Deutschlandsfonds, der DFO GmbH & Co. Deutschlandfonds KG und der DFO GmbH & Co. 2. Deutschlandfonds KG statt. Ähnlich wie schon auf der letzten Gesellschafterversammlung lösten die Berichte des Geschäftsführers der Fonds, Alexander Grau, und des Geschäftsführers der Procurator Treuhand GmbH, Dieter Pape, heftige Kontroversen aus, etwa über das Zustandekommen von Beschlüssen, die Rolle der Procurator und die Informationspolitik der Fonds.

Britische Comer Homes Group als Retter der Anleger

Die britische Immobilieninvestmentgesellschaft Comer Homes Group wurde den Anlegern jetzt als Retter in der Not präsentiert. Über ein aufwendiges Bieterverfahren sei die Gruppe als meistbietender Investor unter 11 Interessenten übrig geblieben. Zu erfahren war über die Unternehmensgruppe leider nur wenig. Seit 2006 soll sie auf dem deutschen Markt über ein Büro in Berlin die Geschäfte mit 80 Mitarbeitern führen. Leider finden sich auf der Homepage der Gesellschaft zu deutschen Investments keine Hinweise. Ansonsten hält sich die Geschäftsführung mit konkreten Angaben zurück.

Den Anlegern wird der Einstieg der Comer Homes Group als Erfolg verkauft, weil dadurch die Bankverbindlichkeiten vollständig abgelöst werden konnten. Dass diese im Wesentlichen durch die Übernahme der Objektfinanzierungen im Zusammenhang mit dem fragwürdigen Ausscheiden der DBVI AG zum 20.10.2006 entstanden sind, worüber wir bereits im letzten Jahr berichteten (DBVI Deutschlandfonds - Gesellschafterversammlung), mögen sich die Verantwortlichen nicht gerne vorhalten lassen. Die Bankverbindlichkeiten sind damit zwar - nach Auskunft der Geschäftsführung - getilgt, dafür sind die Fonds nur noch zu einem Drittel an den Immobilien beteiligt. Über einen Besserungsschein der Comer Homes Group sollen die Auszahlungen der Gesellschafter nach Vertragsende und eine Beteiligung an zwischenzeitlichen Wertsteigerungen, die man schon mal mutig auf 10 Mio. € beziffert, gesichert sein.

Dazu wurde eine neue Objektgesellschaft gegründet, die German City Real Estate AG & Co. Portfolio KG, der die DFO Deutschlandfonds KG bereits mit Vertrag vom 20.08.2007 unter Einbringung der Immobilien beigetreten ist. Die DFO 2. Deutschlandfonds KG hat die Immobilie in Erfurt an die Gesellschaft verkauft. Die Anleger, die zum 31.12.2008 aus dem Fonds ausscheiden können, sollen spätestens 2010 eine Barabfindung erhalten. Den Anlegern soll zudem die Option offen stehen, ihre Anteile später in Aktien der Gesellschaft einzutauschen. Wer will, darf also dem Fonds noch lange verbunden bleiben.

Den Verantwortlichen schwebt dann auch Größeres, wie etwa ein German REIT (Real Estate Investment Trust), vor. Das sind steuerbegünstigte Kapitalgesellschaften, die Einnahmen aus Vermietung, Verwaltung und Veräußerung von Immobilien erzielen und an denen sich Anleger beteiligen können.

Neue Namen - alte Probleme

So schön sich die Namen der Beteiligten anhören und die Zahlen lesen, einen wirtschaftlichen Vorteil werden die aktuellen Anleger aus ihrer Beteiligung wohl nicht ziehen können, auch wenn man darum bemüht war, ein anderes Bild zu vermitteln.

Die Beteiligungen an der DFO Deutschlandfonds KG (ehemals DBVI Deutschlandfonds KG) werden auch von der Geschäftsführung mit einem Wert von ca. 35% des Nennbetrages angegeben, die Beteiligungen an dem DFO 2. Deutschlandfonds KG (ehemals DBVI 2. Deutschlandfonds KG) mit einem Wert von ca. 19% des Nennbetrages. Für die Bewertung wurden allerdings noch die Inhaberschuldverschreibungen bei der insolventen Privatbank Reithinger mit 60% in Ansatz gebracht, was sehr hoch gegriffen sein dürfte. Die betroffenen Forderungen von immerhin ca. 22,0 Mio. € sind nämlich allenfalls nach Höhe und Bestand unstrittig. Wie sich aus dem Bericht des Insolvenzverwalters ergibt, waren diese Inhaberschuldverschreibungen wiederum in großem Umfang an die Privatbank Reithinger sowie an andere Banken verpfändet, und zwar für Ankaufgarantien, die die Fonds den Banken jeweils gewährt hatten und für entsprechend notleidend gewordene Forderungen. Strittig zwischen den Gesellschaften und dem Insolvenzverwalter ist darüber hinaus auch, inwiefern tatsächlich diese Inhaberschuldverschreibungen durch Forderungsabtretungen abgesichert wurden.

Auch wenn diese Frage einmal zu Gunsten des Fonds geklärt würde, ergibt sich daraus für die Anleger nicht wirklich ein Vorteil. Denn gesichert sind die Inhaberschuldverschreibungen über die Darlehen der Anleger bei der insolventen Privatbank Reithinger. Im schlechtesten Fall würde nicht der Insolvenzverwalter die Anleger in Anspruch nehmen, sondern die Fondsgesellschaft.

Allerdings sind diese Forderungen höchst problematisch. Die Entscheidung des BGH in einem anhängigen Verfahren zur Wirksamkeit der von der Procurator als Treuhänder für die Anleger geschlossenen Darlehensverträge steht noch aus. Weitere Einwendungen gegen die Forderungen ergeben sich aus möglichen Täuschungen der Anleger durch die Fondsverantwortlichen und Vermittler sowie aus dem Umstand, dass die Procurator als Treuhänderin zusätzlich für den Vertrieb der Finanzierungen Zahlungen erhalten hat, was Dieter Pape bereits mehrfach einräumen musste.

Geheuchelte Transparenz

Entsprechend kritisch wurden die aktuellen Aktionen des Fonds dann auch hinterfragt, ohne dass die Fondsgeschäftsführung oder der Treuhänder wirklich zu allen aufgeworfenen Fragen befriedigende Antworten geben konnten. Im Gegenteil, mit überaus fragwürdigen Argumenten attackierte der Geschäftsführer der Prokurator GmbH, Dieter Pape, Rechtsanwalt Dr. Schulte, der seinerzeit gegen Beschlüsse der Fonds geklagt hatte und erreicht hatte, dass sämtliche Anleger im Rahmen eines Umlaufverfahren mit einzubeziehen sind. Man hätte hier ja schließlich seitens der Anleger unnötige Kosten produziert.

Auch mit der Transparenz, die Geschäftsführung und Treuhänder den Anlegern wiederholt zusicherten, ist es nicht soweit her. Bereits bei der letzten Gesellschafterversammlung versprach man Anlegern die Möglichkeit, Einsicht in die Vertragsunterlagen, die zum Ausstieg der DBVI AG geführt haben sowie in die Immobilienbewertungen zu gewähren. Auch bei dieser Gesellschafterversammlung wurde wiederum zugesichert, der Treuhänder würde entsprechende Einblicke in die Vertragswerke und die Immobilienbewertungen geben, gegebenenfalls mit Verschwiegenheitszusage. Dass dies lediglich leere Versprechungen sind, mussten wir selbst bereits feststellen.

Unsere mehrfach seit der Gesellschafterversammlung von 2006 gestellten Anfragen wurden nie beantwortet. Viele Fragen, die die Anleger schließlich interessieren dürften, wurden deshalb auch nicht beantwortet, teilweise mit Verweis auf diverse Verschwiegenheitsverpflichtungen.

Wir halten die Beteiligung daher nach wie vor für höchst problematisch. Es dürfte sinnvoll sein, die Umstände des Erwerbs und mögliche Hintergründe rechtlich prüfen zu lassen.