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Gesellschafterversammlung 2008

Wundersame Wertsteigerung bei den DFO Deutschlandfonds

 

München, 27.11.2008; Wie schon in den Jahren zuvor, mussten sich die Gesellschafter und Gesellschaftervertreter der beiden Deutschlandfonds DFO GmbH & Co. Deutschlandfonds KG und DFO GmbH & Co. 2. Deutschlandfonds KG zunächst überaus uninteressante weitschweifige Erläuterungen und Äußerungen zur allgemeinen wirtschaftlichen Lage anhören, wobei es sich weder Geschäftsführer Alexander Grau noch der Geschäftsführer der Procurator Treuhand GmbH, Dieter Pape, nehmen ließen, zur aktuellen Finanzkrise zu referieren.

Für die Themen, die für die Anleger von Interesse sein dürften, blieb dann nicht mehr allzu viel Zeit. Insbesondere den kritischen Fragen von Anlegern und Anlegervertretern wollte man sich nicht allzu lange aussetzen. So wird die nach wie vor interessierende Frage zu den Provisionszahlungen an die Procurator inzwischen von Dieter Pape ignoriert, wobei er dann noch um Verständnis bittet, angesichts laufender Verfahren.

Auch sonst gibt man sich seitens der Geschäftsführung zwar gerne betont offen, versteckt sich dann aber doch hinter einer Vielzahl von Zahlen, die für die meisten Anleger schwer zu verstehen und regelmäßig auch nicht wirklich nachprüfbar sind.

Auf die obligatorische Frage nach dem aktuellen Wert der Beteiligung wird von den Verantwortlichen in diesem Jahr bei der DFO GmbH & Co. Deutschlandfonds KG (1. Deutschlandfonds) ein Wert von 40% des Nennbetrages und bei der DFO GmbH & Co. 2. Deutschlandfonds KG ein Wert von 27% des Nennbetrages genannt. Im letzten Jahr waren noch Ansätze von 35% und 19% angegeben, die wir schon damals erheblich angezweifelt hatten. Woher die wundersame Wertvermehrung nun kommen soll, erschließt sich uns nicht wirklich, ähnlich wie einem Anleger, der erhebliche Zweifel geäußert hatte. Dieter Pape, Geschäftsführer der Procurator Treuhand GmbH, erklärte dazu, dass sich der Wert aus der Bilanz ergebe. Hinsichtlich des zu erwartenden Auseinandersetzungsguthabens für die Anleger, die zum Ende des nächsten Jahres ordentlich kündigen können, rechne er noch einmal mit einer deutlichen Wertsteigerung, schränkte aber auch ein, dass man die Zahl natürlich vorsichtig werten müsse. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass man die Bilanz dann mit besonderer Sorgfalt erstellen werde und die Zahlen besonders genau prüfen müsse. Da drängt sich natürlich die Frage auf, wurden die Bilanzen bisher, die Grundlage für die Wertangaben waren, bislang nicht mit der erforderlichen Sorgfalt erstellt?

Berechtigte Zweifel formulierte ein Anleger mit Verweis darauf, dass man ihm vor wenigen Jahren wohl noch einen Wert von 75 % des Nominalbetrages bescheinigte und die DBVI AG Ende 2006 aus dem Deutschlandfonds entließ, wobei ein Anteilswert von 50 % zugrunde gelegt wurde. Dies führte schließlich dazu, dass der ursprünglich weitgehend eigenkapitalfinanzierte Fonds sich zu einem überwiegend fremdfinanzierten Fonds wandelte. Befriedigende Antworten gab es dazu auch diesmal nicht.

Unregelmäßigkeiten gibt es ebenfalls mit der im letzten Jahr als Retter in der Not präsentierte Comer Homes Group mit der der Deutschlandfonds eine Objektgesellschaft, die GCRE AG & Co. Portfolio KG (was für German City Real Estate AG & Co. Portfolio KG steht) gegründet hatte. Im Rahmen eines Einbringungsvertrages sollte die Deutschlandfonds KG ihre Immobilien in diese Gesellschaft einbringen (dazu berichteten wir im November des letzten Jahres). Nun wurde allerdings mitgeteilt, dass die Comer Homes Group den Gesellschaftsvertrag noch nicht vollständig umgesetzt hat. Die Finanzierungen bei den Banken seien zwar abgelöst, stellen aber nunmehr lediglich eine Zwischenfinanzierung seitens der Comer Homes Group zu 5 % Zinsen p.a. dar. Als Grund wurde die aktuelle Finanzkrise genannt, die inzwischen wohl für jede Form wirtschaftlichen Scheiterns herhalten muss. 

Wichtiges Thema war dann noch ein Vergleich, den man mit dem Insolvenzverwalter der Privatbank Reithinger geschlossen hätte und dem die Anleger in der Gesellschafterversammlung zustimmen sollten. Nach der von der Geschäftsführung als Erfolg gewerten Regelung, würde der Insolvenzverwalter wohl einen Betrag in Höhe von 7 Mio. Euro an den Fonds zahlen. Allerdings handelt es sich dabei allenfalls um eine Teilauflösung der überaus undurchsichtigen Sicherheitenvereinbarungen im Dreiecksverhältnis Privatbank ReithingerDeutschlandfonds und der Hypo Real Estate. Letztere hatte der Privatbank Reithinger einen Kredit gewährt, für den der Deutschlandfonds Sicherheiten geleistet hatte. Diese Sicherheitenleistung war dann wiederum über Darlehensverträge, die die Privatbank Reithinger an Anleger ausgereicht hatte, gesichert. Entsprechende wechselseitige Sicherungsverträge, die nach wie vor im Dunkeln liegen, gab es auch hinsichtlich der Inhaberschuldverschreibungen, die ebenfalls Gegenstand der Vereinbarung mit dem Insolvenzverwalter sein sollen.  

Nach Angaben der Geschäftsführung sollen daneben im Rahmen des Vergleichs noch Forderungen in Höhe von gesamt 15 Mio. Euro vom Insolvenzverwalter der Privatbank Reithinger anerkannt werden. Bei einer kurzen Durchsicht des Vertrages, der zur Einsicht auslag, war zunächst aber nur die Anerkennung von etwas über 11 Mio. Euro sowie einer weiteren Forderung, deren Höhe aber von der Zahlung des Insolvenzverwalters abhing, ersichtlich. Hier bleibt den Anlegern wohl keine andere Wahl, als Alexander Grau, der die Anerkennung einer Forderung von 15 Mio. Euro nach mehrmaligem Nachfragen ausdrücklich versicherte, beim Wort zu nehmen.

Das bedeutet im Ergebnis aber noch nicht, dass an den Fonds auch diese 15 Mio. Euro fließen. Die Höhe des Betrages, der dann ausgezahlt werden kann, hängt von der Quote ab, die der Insolvenzverwalter zu späterer Zeit einmal errechnen wird. Die Fondsgeschäftsführung und der Treuhänder gehen zur Zeit optimistisch von einer Quote von 60% aus. Es dürfte aber nicht auszuschließen sein, dass man diese Prognose dann im nächsten Jahr nach unten korrigiert, weil ja dann die ersten Anleger eine Berechnung ihres Auseinandersetzungsguthabens nach ordentlicher Kündigung wünschen und man die Zahlen, wie von Dieter Pape angemerkt, ja besonders sorgfältig erstellen müsse.

Wir werden weiter berichten.