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Privatbank Reithinger & DBVI AG - Thannhubers Scherben

Bafin prüft Entzug der Bankerlaubnis - massiver Ärger wegen Zusammenarbeit mit Turguts Vertriebstruppe Futura Finanz (jetzt IFF) - DBVI AG und Deutschlandfonds in ernsten Liquiditätsproblemen

München, den 20.07.2006: Für den Schrannenhallen-Investor Klaus Thannhuber zeichnen sich düstere Zeiten ab. Schlimmer noch könnte es jedoch für die vielen Tausend Anleger bei den von der DBVI AG initiierten Deutschlandfonds kommen. Denn die DBVI AG will sich nun von mehreren großen Immobilien trennen, die von den geschlossen Immobilienfonds Deutsche Beamten Vorsorge Immobilienholding AG & Co. Deutschlandfonds KG und Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding AG & Co. 2. Deutschlandfonds KG erworben worden waren.

Die von Klaus Thannhuber gegründete DBVI AG hatte in den letzten Jahren stets Verluste in zweistelliger Millionenhöhe zu verzeichnen, das Eigenkapital der AG hatte sich enorm verringert. Wie die Süddeutsche Zeitung am 18.07.2006 berichtete, betrug das Eigenkapital zum 31.12.2005 nur noch 8,7 Millionen Euro, sodass nunmehr nach dem Aktiengesetz wegen Halbierung des Grundkapitals eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden musste. Die etwa 35.000 Aktionäre, die mehr als 50 Millionen Euro eingebracht hatten, dürften dies zum Anlass nehmen, den Vorstand Alexander Seebacher genauestens zu den Hintergründen dieser enormen Liquiditätsprobleme zu befragen. Herr Seebacher war bereits als Geschäftsführer der Bayernland Wohn- und Gewerbebau GmbH im Zusammenhang mit zweifelhaften Mietgarantien für die Deutschlandfonds aufgefallen (siehe auch unseren Bericht Alte Bekannte).

Es drängt sich der Verdacht auf, dass die von der DBVI AG erworbenen Immobilien lange nicht den Preis wert waren, den diese bezahlt hatte. Überhöhte Kaufpreise zu Lasten der DBVI AG und der Deutschlandfonds fordern auch nach einer entsprechenden Analyse der US-Investmentbank Lehman Brothers eine deutliche Anpassung des Unternehmenswerts der DBVI AG folgerichtig nach unten.

Dramatische Konsequenzen wird dies auch für die Anleger der Deutschlandfonds haben. Die Geschäftsführung überraschte die Anleger auf der letzten Gesellschafterversammlung mit dem Vorhaben des Verkaufes der wesentlichen Immobilien in München und Köln sowie der vorzeitigen Liquidation der Gesellschaften. Nach Angaben der Geschäftsführung wären die Anteile der Anleger noch 2/3 des Nominalbetrages wert. Die von Klaus Thannhuber beherrschte Privatbank Reithinger, die einen Großteil der Gesellschaftereinlagen finanzierte, rechnet sogar nur noch mit 1/3 des Wertes, was nach unseren Erfahrungen eher realistisch sein dürfte. Die Anleger des Deutschlandfonds stehen somit vor ganz erheblichen Verlusten.

Erfährt man nun von den gravierenden Liquiditätsproblemen der DBVI AG, verwundert es nicht, dass diese auf eine vorzeitige Beendigung der Fonds und eine Verwertung der Fondsimmobilien drängte. Schließlich gilt es, schnellstmöglich Bares zu beschaffen. Die Tatsache, dass insbesondere die Immobilie in Köln trotz kapitalintensiver Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre nun zu einem geringeren Wert als dem ursprünglichen Kaufpreis verkauft wurde, überrascht vor diesem Hintergrund nicht. Die Geschäftsführung mochte diese Preisdifferenz auf der Gesellschafterversammlung trotz Nachfrage nicht erklären.

Da Klaus Thannhuber sowohl die DBVI AG gründete als auch die Deutschlandfonds initiierte, wundert es nicht, dass Hintergrund für den Niedergang dieser Gesellschaften zweifelhafte Geschäfte gewesen sein dürften. Auch bei der Schrannenhalle, einem weiteren Thannhuber-Projekt, bestand Betrugsverdacht gegen Thannhuber, sodass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen einleitete.

Vorläufiger Höhepunkt der Thannhuber-Story dürfte sein, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nun der Privatbank Reithinger die Geschäftserlaubnis entziehen will, da sie ernsthafte Zweifel an der Solidität Klaus Thannhubers hat (siehe SZ vom 20.07.2006). Die Privatbank Reithinger war von Thannhubers Credit & Handelsbank Wiesbaden AG übernommen worden, sodass Klaus Thannhuber mittlerweile mehrheitlicher Eigentümer der Bank ist.

Die BaFin befürchtet nun, dass Thannhuber die Privatbank Reithinger bis hin zur Insolvenz aussaugen will. Sie verhängte gegenüber der Bank ein Zahlungsverbot an Thannhuber und an mit ihm geschäftlich verbundene Unternehmen. Die Bank darf somit keine weiteren Zahlungen an Thannhuber leisten. Das kurzfristige Überleben der Bank dürfte damit zunächst gewährleistet sein. Ob sie aber auch mittelfristig durchhalten kann, steht in den Sternen.

Zahlungen an Thannhuber sind aber nicht die einzigen Probleme der Bank. Sie hat sich mit Michael Turguts Vertriebsfirma IFF AG, in der Branche besser bekannt und berüchtigt unter ihrer vormaligen Bezeichnung Futura Finanz, zusammengetan. Eine unheilvolle Allianz, denn hier droht der Bank massiver Ärger. Dieser Strukturvertrieb hat über lange Jahre besonders riskante und unrentable Kapitalanlagen wie Securenta und Frankonia vermittelt.

In Thannhubers Reich bleibt es also spanned. Wir empfehlen allerdings, auf das Ende nicht warten, sondern selber das Heft in die Hand nehmen. Ein spezialisierter Rechtsanwalt sollte unbedingt zu Rate gezogen werden, um Ausstiegsmöglichkeiten aus den Fonds und Schadenersatzansprüche zu prüfen. Angesichts der vorzeitigen Liquidation der Deutschlandfonds bedürfte es schon sehr viel guten Glaubens, um noch auf eine Erholung des Anteilwertes zu setzen.