Social Bookmarks

Share |

Mitgliedschaften u.a.

Mitglied im Anwaltsverein
Datev-Mitglied
In Focus 24/2000 wurde eine Liste von 26 empfohlenen Anlegeranwälten veröffentlicht, zu denen damals bereits Wilhelm Lachmair zählte.
Empfohlene Wirtschaftskanzlei für Kapitalanlagerecht

Geschädigt?

Kontaktieren Sie uns:
Per Telefon: 089/216 333-0
Per Fax: 089/21 63 33 - 31
Per eMail: info(at)ra-lachmair.de
Per Online-Formular

Erstberatung:
Erstberatung für Geschädigte

Suchen

Weitere Angebote

SW Immo-Fonds - Teures Betongold

Immobilien von S.W.-Bau zu Mondpreisen erworben - vorgelegte Kaufpreisgutachten zu den Immobilien ohne jede Aussagekraft - Folgen der Verflechtungen zwischen Fondsmanagement und "Immobilienlieferant" belasten Fondszeichner

München, 21.07.2006; Recherchen haben nun den lang gehegten Verdacht zur Gewissheit gemacht: Die von den S.W. Immo-Fonds 2051, 2006, 2007 und VENTAR 2011 erworbenen Immobilien wurden aus unserer Sicht zu absolut marktunüblichen Preisen von den eigenen Konzerngesellschaften erworben. Hier bestehen bzw. bestanden massive personelle Verflechtungen. Das machte man sich auch zunutze. Die "Gutachten", mit denen die Kaufpreise begründet werden sollten, sind für uns nicht nachvollziehbar.

Die Südwest-Unternehmensgruppe, zu der auch die S.W. Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft, die Südwest Finanz-Vermittlung AG und der umstrittene Anbieter atypisch stiller Beteiligungen südwestrentaplus gehören, vertrieb von Mitte bis Ende der 90er Jahre die sogenannten südwest activa Fonds, an denen die Anleger noch heute zu leiden haben. Zu diesen geschlossenen Immobilienfonds gehören unter anderem die S.W. Immo-Fonds 2051 Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, die S.W. Immo-Fonds 2006 GbR, die S.W. Immo-Fonds 2007 GbR und die VENTAR SW Immo-Fonds 2011 GbR (vgl. SW-Bau - die Sünden der Vergangenheit).

Problematisch ist hierbei, dass die beteiligten Gesellschaften, also Verkäufer der Immobilien, Mietgarant, Vertrieb, Treuhänder etc. alles Firmen der S.W. Unternehmensgruppe sind. Das mag zwar in den Emissionsprospekten auch so beschrieben worden sein, die pikanten Details wurden aber in Prospekten nicht erwähnt.

Denn die Immobilien, die größtenteils die S.W. Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft mbH (SW-Bau) errichtete, wurden praktischerweise sogleich an die Fonds zu sagenhaften Preisen verkauft. Wie sich anhand der Verträge nun feststellen lässt, wurde jedenfalls bei den S.W. Immo-Fonds 2051, 2006, 2007 und Ventar 2011 grundsätzlich der 33-fache (!) der Jahresnettomiete als Kaufpreis festgesetzt. Manchmal sogar noch mehr. Marktüblich wären allenfalls das 20-Fache der Jahresnettomiete gewesen, wobei dies auch schon die obere Grenze markieren dürfte. Bedenkt man, dass sich die Immobilien allesamt auch noch in grenznahem Gebiet oder im Osten der Republik - wie die Mietskaserne in Leipzig - befinden, wo schon grundsätzlich nicht mit lukrativen Mieten zu rechnen ist, so wird der Kaufpreis noch unrealistischer als er ohnehin schon ist.

Bei alledem hat man für diese Berechnungen nicht etwa den ortsüblichen Mietspiegel zu Grunde gelegt, sondern allein die von der VVM Verwaltungs- und Vermietungsgesellschaft mbH, natürlich ebenfalls eine Südwest-Konzerngesellschaft, garantierte Miete. Wie nicht anders zu erwarten, wurden die garantierten Mieten in der Folgezeit so gut wie nie erreicht. Tatsächlich wurden bis auf einzelne Ausnahmen bei allen Wohnobjekten lediglich etwa 80 % der garantierten Miete erzielt. Viele Wohnungen standen und stehen meistens leer.

Dies u.a. mit der Folge, dass sich mit den sehr viel geringeren, tatsächlich zu erzielenden Mieten das ganze Konzept, jedenfalls aber alle Modellrechnungen erledigen. So bedeutet dies, dass der Kaufpreis zwar etwa das 33-fache der garantierten Miete betrug, wohl aber etwa das 41-Fache der tatsächlich zu erzielenden Miete. Und auf die kommt es letztlich an. Folgen der dramatischen Kaufpreisüberhöhung, die durch den Weichkostenanteil noch verschärft wird, sind u.a., dass sich die Fonds für den Anleger wohl nie rechnen werden und dass sie auch keinerlei taugliche Kreditunterlagen für etwaige Finanzierungsdarlehen bilden.

Getoppt wird dies alles noch dadurch, dass man sich jedenfalls bei der S.W. Immo-Fonds 2051 Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG angeblich auf Kaufpreisgutachten eines Sachverständigen Dipl.-Ing. Martin Widmann aus Tettnang verlassen haben will. Diese "Gutachten", die jeweils aus zwei, maximal drei dünn beschriebenen Seiten bestehen und zu fast allen S.W. Immo-Fonds 2051 - Immobilien erstellt wurden, sind so windig, dass man sich fragen muss, wie ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger so etwas allen Ernstes vorlegen konnte. Die konkreten Immobilien werden dort in zwei, drei Sätzen beschrieben, der Kaufpreis stets als marktgerecht bezeichnet. Verwundert darf man über dieses Ergebnis wohl nicht sein, hat doch die S.W.-Bau selbst den Gutachtenauftrag erteilt. Über die Vergütung des Sachverständigen möchten wir hier lieber nicht nachdenken. Widmann muss wohl zufrieden gewesen sein.

Man kann sich fragen, wozu es derartiger Alibi-Gutachten überhaupt bedarf. Sie dienen wohl nur der schöneren Prospektierungsmöglichkeiten und der Entlastung der Anbieter. Aufgrund ihrer angeblich langen Erfahrung und aufgrund der Tatsche, dass die Verkäuferin der Immobilien Teil des eigenen Konzerns war, war den Verantwortlichen die enorme Kaufpreisüberhöhung selbstverständlich auch bewusst.

Vor einem derartigen Hintergrund kann man den Anlegern nur raten, das Abenteuer, das als "sinnvolle Kapitalanlage" und "sichere Altersvorsorge" begann und sich als miese Abzocke entpuppte, schnellstmöglich zu beenden. Der Ausstieg aus dem Fonds sollte betrieben und Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Es empfiehlt sich einen spezialisierten Rechtsanwalt einzuschalten, der hierbei das notwenige Know-How einbringt.