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Gesellschafterversammlung 2007

Ordentliche Gesellschafterversammlung mit ersten Details zur „Investitionstätigkeit“ der Gesellschaft – Auswirkung der Insolvenz der Privatbank Reithinger auf den Fond

 

München, 09.01.2007; Heute fand die zweite ordentliche Gesellschafterversammlung des Multi Advisor Fund I GbR in München statt. Insbesondere nach der Insolvenz der Privatbank Reithinger stellte sich für die Anleger die Frage, wie die Gesellschaft weiter verfahren will und welche Auswirkungen die Schließung der Bank auf die Gesellschaft hat.

 

Nach Aussagen der Geschäftsführerin SECI GmbH ergebe sich aus der Insolvenz der Privatbank Reithinger kaum eine Auswirkung auf den Muli Advisor Fund. So habe die Bank zwar Funktionsträgergebühren von EUR 936.000,00 zuviel kassiert, welche die Gesellschaft gern zurück haben möchte. Diese Zuvielzahlung der Funktionsträgergebühren habe auf einer falschen Berechnung der Privatbank Reithinger beruht, da diese stornierte Verträge bei ihrer Gebühr nicht berücksichtigt habe.

 

Allerdings habe der Fond bereits im letzten Jahr die Zahlung von monatlichen Raten an die Bank eingestellt, so dass zum Ende August 2007 mit einer Verrechnung der Gebühren zu rechnen sei. Schließlich habe auch der Insolvenzverwalter Müller-Feyen noch keine Ansprüche angemeldet.

 

Mit Datum vom 15.06.2006 hat der Multi Advisor Fund I die Platzierung des Gesellschaftskapitals beendet. Nach dem Vermögensplan der Steuerberatungsgesellschaft Pape & Partner München wurde zum 31.12.2005 ein Kapital von EUR 120 Mio. gezeichnet. Da es sich größtenteils um Ratensparverträge handelt, sei noch ein Betrag von EUR 113 Mio. durch die Anleger über die Beteiligungsdauer zu zahlen. Insgesamt haben die ca. 3.900 Anleger so ein Kapital von ca. EUR 7 Mio. in die Gesellschaft eingebracht.

 

Trotzdem hatte der Finanzportofolioverwalter Herr Herrmann von der EURAM Bank seine liebe Müh, Kapital für Investitionen zur Verfügung zu haben. So hat die Gesellschaft zwischenzeitlich einen Fonds und in eine Direktinvestment erworben und will im Laufe des Jahres in ein Immobilienportfolio investieren:

 

Zunächst wurde ein Kapital von EUR 400.000,00 über neun Jahre in eine Gesellschaft mit Sitz in München investiert. Gegenstand dieses Unternehmens ist wiederum die Einwerbung von Gesellschaftskapital, damit sich die Beteiligungsgesellschaft an einer ausländischen Zielgesellschaft beteiligt. Diese Zielgesellschaft sucht ihr Kapitalglück nach eigenen Angaben bei mehreren innovativen Gesellschaften aus dem medizinischen Bereich.

 

Diese Investition des Multi Advisor Fund beinhaltet neben einem möglichen Totalverlust auch das Risiko einer sog. Nachschussverpflichtung, was zur existenzgefährdenden Thematik für den Multi Advisor Fund anwachsen könnte. Interessant sind diese Risiken vor allem, weil die Wellington Partners – Ventures III Gesellschaft als ein sog. „Blindpool“ konzipiert ist. Das bedeutet, dass noch nicht feststeht, in welche Unternehmen die Gesellschaft investieren wird. Zumal die Gesellschaft erst am 10.08.2006 in das Handelsregister München mit einer Eröffnungsbilanz über EUR 5.000,00 erbrachtes Kapital eingetragen wurde.

 

Bedeckter hält man sich bei den Informationen zur zweiten Finanzierung über EUR 400.000,00. Von diesem Geld wurden Genussrechte im Bereich Financial Services bis zum Jahr 2011 finanziert. Um welche Gesellschaft es sich dabei genau handelt, wurde nicht erläutert. Es wird nur ausgeführt, dass das Unternehmen im Dienstleistungsbereich, nämlich dem Inkasso für Steuerberater, tätig und nicht börsennotiert sei. Neben einer ganzen Reihe von Fragen, bleibt insbesondere offen, ob damit der Multi Advisor Fund auch für Verluste dieser Gesellschaft eintreten muss.

 

Daneben hat die Gesellschaft vor, ein Immobilienportfolio in Leipzig zu erwerben. Der Kaufpreis soll im einstelligen Millionenbereich liegen. Hierfür fehlt dem Fonds nach eigenen Angaben Eigenkapital, sprich die o.g. Einlagen der Anleger. Vielmehr soll die Fondsgesellschaft eine Finanzierung von voraussichtlich 70 % des Kaufpreises aufnehmen. Dies, obwohl im Prospekt gerade damit geworben wurde, dass nur mit dem Geld der Anleger investiert werde. Wozu sonst auch EUR 120 Mio. der meist Kleinanleger einsammeln. Im Gesellschaftsvertrag heißt es zudem in § 8 Investitionen Abs. 2:

 

„Zur Erreichung des Gesellschaftszweck ..... dieses Vertrages wird das erforderliche Investitionskapital von den Gesellschaftern aufgebracht.“

 

Nach Angaben des Finanzportofolioverwalters Herrmann sind dies die in diesem Jahr abzusehenden Investitionen. Weitere Engagements sind derzeit nicht geplant, da insbesondere erst auf entsprechenden Geldeingang gewartet werden müsse. Es fragt sich, was mit den bereits eingezahlten Gelder der Anleger bislang geschehen ist.

 

Die Planprognose im Prospekt des Multi Advisor Fund I sieht zu diesem Zeitpunkt eine weit umfangreichere Investitionstätigkeit vor. So plante die Gesellschaft bereits für das Jahr 2005 eine Investition von EUR 3,6 Mio., für 2006 von EUR 1,1 Mio. und für 2007 von EUR 1,3 Mio. ohne Zuhilfenahme von Fremdkapital. Diese ohnehin dürftige Prognose für ein Platzierungskapital von EUR 120 Mio. wird damit weit verfehlt. Entsprechendes hatten wir bereits erwartet (vgl. Multi Advisor Fund I – die Ratlosigkeit geht weiter).

 

Vor diesem Hintergrund scheint uns grundsätzlich unvertretbar, die Beteiligung, wie meist in unseren Fällen, als zur Altersvorsorge und Absicherung geeignet anzubieten. Wir bleiben für Sie am Ball.